Teleskope

Im Jahr 1980, als ich noch in die Primarschule ging, weckte eine deutsche Kinderzeitschrift namens "YPS" mein Interesse an der Astronomie. Jeder Ausgabe dieser Zeitschrift war etwas beigelegt. In einer Ausgabe war eine astronomische Uhr und in einer darauf folgenden ein kleines astronomisches Fernrohr. Zwar konnte ich mit den Bastelsätzen am Nachthimmel nur wenig anfangen, aber eine tiefe Faszination für den Sternenhimmel entstand und der Wunsch nach einem eigenen, "richtigen" Fernrohr kam auf.

Im Jahre 1981 erhielt ich zu Weihnachten ein kleines Linsenfernrohr mit 6cm Öffnung. Der Anblick des Mondes und der Planeten Jupiter und Saturn beeindruckte mich zutiefst und die Astronomie liess mich seither nie mehr los. Unzählige Nächte habe ich hinter immer grösseren Teleskopen verbracht und mit ihnen den Nachthimmel durchforstet und hie und da auch fotografiert. Während meines Physik-Studiums an der ETH schliff ich die Spiegel für zwei Newton-Teleskope - ein 25cm f/11-Spiegelteleskop mit dem Namen "Ganymed" und ein 15cm f/8-Spiegelteleskop namens "Utopia".
Ich verwende Ganymed für visuelle Beobachtungen und Utopia hauptsächlich für die Mond- und Sonnenfotografie. Die grosse Brennweite von 275cm macht Ganymed zu einem reinrassigen Planeten-Fernrohr. Beim Bau von Ganymed wurde ich von Harold Hill, Autor von "A Portfolio of Lunar Drawings" und dem Amateur-Astronomen Jan de Lignie inspiriert. Bei der Betrachtung von Hill's spektakulären Mondskizzen (gewonnen mit einem 25cm f/10-Spiegelteleskop) und bei Beobachtungen mit de Lignie's 20cm f/8-Spiegelteleskop gelangte ich zur Überzeugung, dass langbrennweitige Fernrohre ultimativen Kontrast und Schärfe liefern. Ich habe mich manchmal gefragt, ob es die Mühe wert ist, ein so sperriges Teleskop zu bauen. Es ist die Mühe wert - egal wie schlecht die Sichtverhältnisse sind, es ist immer ein Genuss, mit Ganymed den Nachthimmel zu beobachten.

Seit 2010 beobachte und fotografiere ich den Sternenhimmel fast ausschliesslich mit einem 40cm-Newton-Teleskop auf Äquatorial-Plattform. Mehr dazu hier .
Oben links: Das Newton-Teleskop Ganymed und meine Freundin Barbara an der Swiss Star Party 2005 auf dem Gurnigelpass in den Fribourger Alpen. Oben rechts: Ganymed neben seinem Transportmittel... Ganymed's Optik besteht aus einem 25cm f/11-Zerodurspiegel und einem Fangspiegel mit 12% Obstruktion.
Oben links: Eine weitere Ansicht von Ganymed. Sie zeigt das Teleskop mit montiertem Streulichtschutz. In dieser Anordnung ist das Rohr etwas über 3m lang. Oben rechts: Das Newton-Teleskop Utopia mit der Dufourspitze im Hintergrund. Die Aufnahme wurde in der Nähe des Gornergrat-Observatoriums auf 3100 m. ü. M. gemacht.